Jeremiade

 

Ölgemälde eines Mannes, der dem Betrachter den Rücken zugewandt hat und von einem Felsen ins neblige Tal blickt. Zwischen den starken Nebelschwaden sind Felsen mit Bäumen drauf und Berge zu erkennen. Der Mann trägt einen langen, dunklen Anzug und sein lockiges, blondes Haar wird vom Wind bewegt. Er stützt sich rechts an einem Gehstock ab und sein linkes Bein ist auf einem vorderen Felsen angewinkelt.

 Caspar David Friedrich, Der Wanderer über dem Nebelmeer, 1818
 
 
Aus Asche steigt Rauch,
Die Glut ist noch warm,
Streng riechend der Schmauch;
Ich spüre den Harm.

Das sengende Feuer
Zog längst schon vorbei,
Hinterließ nur Gemäuer
Und brach sie entzwei.

Die Narben und Wunden
Verblassen im Licht
Alsbald ist verschwunden
Die nötige Sicht.

Versuch ihm zu trotzen,
Dem Kummer, dem Gram.
Vor Kraft kann nur strotzen
Der trostlose Kram.

Die Schwingen versagen
Und ich stürze ab
Unter Jammern und Klagen,
Direkt in mein Grab.

Die Welt ist mir fremd
Doch bleibe ich hier.
Wehre mich vehement
Und weile in ihr.

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